Lang, lang ist´s her…

November 23, 2009 von tini4unterwegs

Ja, das ist wohl wahr, doch sind da noch einige Dinge, Ereignisse, Erlebnisse, die ich euch kaum vorenthalten kann. Jetzt endlich finde ich die Zeit, sie aufzuschreiben. Jetzt, wo ich Urlaub habe, wo ich im regnerischen Dargow sitze und Entspannungstherapie in Form von Lesen, Reiten, Freunde treffen und Faulenzen betreibe.

Das erste Ereignis, von dem ich unbedingt noch erzählen muss ist mein Erklimmen des Rittens. Bisher immer nur mit der Seilbahn 11 Minuten hoch und 11 Minuten wieder heruntergefahren, sollte es einen schönen Herbsttages nun zu Fuß hinauf gehen. Knapp 1000m Höhenunterschied erwarteten Katrin und mich. Steile Wege, keine Ausschilderung (ja, man merkt es immer wieder: ich bin in Italien, nicht im geordneten Deutschland), aber trotzdem viel Spaß. Das Wetter war toll, die Sonne schien. Zwar fühlte ich mich häufiger mal verloren, mitten im Berghang, aber ich hatte ja eine erfahrene Bergführerin dabei, die mir den Weg wies (auch wenn sie selbst meistens nicht wusste, wohin). 5 Stunden Aufstieg, keine Möglichkeit umzukehren (der Weg war so steil, da wäre der Abstieg weitaus gefährlicher gewesen als ein weiterer Aufstieg – also durchatmen und weiter geht´s). Am Ende kamen wir tatsächlich oben an, ich war tot, Katrin noch topfit, wir hatten uns unseren Kaffee in der Stammkneipe verdient. Ein schöner Tag, gut genutzt, der Muskelkater bahnte sich schon an, aber egal, dafür sind wir ja noch jung.

Der zweite freie Tag in dieser Woche wurde ähnlich sinnvoll genutzt. Es ging zum Arbeitseinsatz. Ein bisschen „Abteilungshopping“ hat noch keinem geschadet, habe ich mir gedacht, daher bin ich zu einer freiwilligen Schicht in die Küche verschwunden. Wieder viel Spaß, wieder anstrengend. Morgens im Kräutergarten und Spinatwald – kalte Vorspeisen beim Souschef Alessandro. Abends dann Apfelsüppchen und Sorbet beim Süßen aus der Küche (Achtung, hat sich selbst so bezeichnet!) in der Patisserie. Der Tag war durch und durch gelungen, ich denke, ich habe mich nicht schlecht gemacht, auf jeden Fall durfte ich gerne wiederkommen. Dafür, dass ich keine Ahnung hatte, hab ich ganz gut gearbeitet, es hieß nur einmal „was für eine Scheiße, alles neu, schnell!“ Auch nach diesem Tag war ich kaputt, aber mehr oder minder glücklich. Bei einem kühlen Bier bei Roland und dem Revuepassieren lassen des Tages wurden dann auch wieder neue Kräfte geschöpft.

Mein Küchendebut war also erfolgreich über die Bühne gegangen. Und weil es so viel Spaß gemacht hat, war ich eine Woche später gleich wieder in der Küche zu finden. Gleiche Konstellation wie das Mal davor. Erst Gemüsegarten, abends dann Süßes. Diesmal wurden auch Desserts für Gruppen geschickt, eine neue Erfahrung für mich (Schneller, los gib Gas!), aber es hat zum Glück alles geklappt. Unser Pech, dass um 22 Uhr noch Gäste kamen. Dass die Nachspeise immer als Letztes geordert wird liegt in der Natur der Sache. Räumten also alle anderen Ihre Arbeitsplätze gegen 22 Uhr 30 auf, waren wir immernoch voll dabei. Ende vom Lied war, dass Philipp und ich um kurz vor 0 Uhr das Dessert geschickt haben. Um halb 1 war dann der Pflichtteil dieses Abends beendet, anstrengend, lange, ereignisreich der Tag.

Was gibt es sonst Neues? Nicht so viel, muss ich gestehen. Immernoch fühle ich mich wohl in Bozen. Unsere Geburtstagsplanung ist in vollem Gange (Wer am 12.12. noch nichts vor hat und rein zufällig in der Gegend ist: bitte vorbeischauen J ). Vorerst bin ich nun noch den Rest der Woche hier im Norden anzutreffen, am Samstag oder Sonntag geht es dann gemütlich zurück. Bald geht der Weihnachtsmarkt in Bozen los, sicher eine schöne Zeit. Und dann ist schon bald wieder Weihnachten. Die Zeit rennt, ein Grund mehr, mal ernsthaft drüber nachzudenken, ob ich´s nicht meinen arbeitswütigen Kommilitonen gleichmachen soll und schon mal den Praktikumsbericht andenken sollte (Habt ihr eigentlich nichts besseres zu tun? :-) )

Nun dann, ich wünsche euch, meinen hoffentlich noch treuen Lesern (auch wenn hier so unregelmäßig was Neues kommt..), nur das Beste, fühlt euch gedrückt und macht es gut!

Der Herr Winter kommt mit großen Schritten

Oktober 26, 2009 von tini4unterwegs

Ja, so schauts aus in Bozen, die Tage werden kürzer das Termometer sinkt immer tiefer, der Winter kehrt ein in meine neue Heimatstadt. Grund genug, gestern noch einmal raus an die frische Luft zu fahren, den Tag im Sonnenschein zu genießen. Dabei einem fanatischen Angler auf die Finger zu schauen ist dann nur eine feine Nebensache. So sah´s gestern an der Eisack etwa 10 Minuten von Bozen entfernt aus, strahlende Sonne, fast schon sommerliche Temperaturen, ein mehr oder minder gemütlicher Stein mit Mauer dahinter zum Anlehnen, das Rauschen des Flusses und einfach an gar nichts denken oder Tagträumen. Bevor dieser Traumzustand von Ruhe aber eintrat, gab es erst einmal ein zünftiges Weißwurstfrühstück. Roland, der Cheflehrling aus der Küche hatte geladen und so haben Philipp, Much und ich es uns gut gehen lassen, bevor wir dann wie gesagt Richtung Eisack aus der Stadt hinaus gefahren sind. Nach so einem Start in den Tag, fiel die Arbeit am Nachmittag dann auch gar nicht mehr schwer.  Und der Start in die neue Woche sollte glatt gelingen.
Was gibt es sonst Neues? Bald ist die Hälfte meiner Praktikumszeit um, sie vergeht wie im Flug. Letzte Woche hatte ich dann das erste Mal Besuch aus der hochnördlichen Heimat, Mama und Papa sind eingeflogen um mit mir ein paar schöne Herbsttage in Südtirol zu verbringen. So wurde gewandert, geguckt, gebummelt, Kaffee getrunken und gut gegessen.
Apropos gut essen. Mein absolutes Highlight meiner ganzen Praktikumszeit bisher: das unglaublich gute Abendessen letzten Montag im Restaurant Laurin. Damit meine Eltern auch mal das Hotel von der richtigen Seite kennenlernen, habe ich uns für Montagabend also einen Tisch im renommierten Restaurant reserviert.  Kaum 5 Minuten in die Karte geschaut, kam auch schon der Maitre an unseren Tisch und sagte mit seinem unverwechselbaren Akzent: „Für die Familie Kristina wir wollen machen eine Überraschungsmenü.“ Gesagt getan, hatte doch Philipp mir eh schon vorher gesagt, was ich bestellen soll und was nicht. Also begaben wir uns völlig in Obhut der Köche und genossen ein sagenhaftes 8-Gang Menü + Gruß (mit 3mal Dessert inklusive :-) ). Ich muss sagen, Hut ab vor den Jungs, das war spitze!
Zweites Highlight, ja, ich muss es zugeben, mein Sonntagsausflug am vorletzten Sonntag. Da waren wir am Gardasee, weil die Südtiroler meinten, dass man nicht hier arbeiten kann und noch nie unten gewesen sein kann. Also packten wir eine warme Jacke ein und auf gings. Erstere hätten wir getrost zuHaus lassen können, denn das Wetter verwöhnte uns wirklich vollkommen. Bei strahlendem Sonnenschein genossen wir frischen Fisch aus dem Gardasee gleich in erster Reihe direkt am Wasser. So muss ein freier Sonntag sein.
Was gibt´s sonst zu erzählen? Hier läuft alles seinen gewohnten Gang, es wird viel gearbeitet, viel gefeiert, viel Spaß gehabt. Die Highlights seht ihr oben, ansonsten geht´s mir hier gut J Wie gesagt, die Hälfte ist bald um, 3 Monate bin ich am nächsten Sonntag schon hier. Die Zeit ist verannt und das ist immer ein Zeichen, dass ich mich wohl fühle, so wie´s ist. Nun muss ich mich allerdings schon wieder verabschieden, auf geht´s in die Mensa, etwas zu essen besorgen, einen kleinen Tratsch halten und dann um 14 Uhr schon wieder arbeiten. Ich wünsche euch allen, dass es euch genauso gut geht wie mir und bitte zu entschuldigen, dass man von mir so wenig hört. Beste Grüße aus dem sonnigen Südtirol und  Küsse :-*.

Welche Möglichkeiten gibt es eigentlich, eine Weinflasche aufzumachen…

Oktober 15, 2009 von tini4unterwegs

… wenn es in einem Junggesellenhaushalt keinen Flaschenöffner gibt? Am letzten Montag führte mein Weg das erste Mal während meines Praktikums wieder nach Deutschland. Da ich Dienstag und Mittwoch frei hatte, hatte ich mich entschlossen, ein bisschen Urlaub von Bozen zu machen und gen Norden aufzubrechen. Für einen Besuch zu Hause in Dargow war leider nicht genug Zeit, daher war das Ziel München. Nach der Arbeit am Montag machte ich mich also auf den Weg zum Bahnhof, auf gings mit einem uralten italienischen Bummelzug Richtung Deutschland.
Angekommen  wurde ich von René empfangen, wir hatten uns immerhin auch schon über zwei Monate nicht gesehen. René als Neu-Münchner sollte mir nun also für zwei Tage die Stadt zeigen. Vorerst aber schaute ich mir seine kleine aber feine Wohnung mitten in der Stadt an. Ein ungewohntes Gefühl, ist doch München viel größer und unüberschaubarer als Bozen. Nach einer kleinen Stärkung und einer ersten Wanderung durch das Viertel gingen wir dann schlafen um für den nächsten Tag richtig fit zu sein.
Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es dann als erstes zur Theresienwiese, dort wurden gerade die Spuren des Oktoberfests beseitigt. Ein irrer Anblick, unvorstellbar, wie groß und verrückt dieses Volksfest ist. Weiter ging es dann zum Olympiazentrum, aus Zeiten des Geschichtsunterrichts bei Herrn Fischer ist mir natürlich die Geschichte von Olympia in München noch gut im Gedächtnis. Leider spielte das Wetter nicht unbedingt gut mit, sodass es von warm bis kalt bis Regen und eklig immer wieder wechselte. Ein Spaziergang an der Isar und ein Besuch in der Innenstadt machte das aber wieder wett. Am Abend sollte René dann ein revolutionäres Abendessen erleben. Schlimm genug, dass ich das typisch bayrische München (noch) nicht kennengelernt habe, aber das Essen in einem neuartig konzipierten italienischen (ja, ich weiß, ihr werdet sagen: die wohnt doch in Italien, warum zum Teufel muss sie dann jetzt noch italienisch essen gehen??) Restaurant hat sich gelohnt. Vom Zug aus bei der Hinfahrt hatte ich ein Vapiano entdeckt. Meine lieben Kommilitonen werden jetzt aufstöhnen und sagen: bitte nicht schon wieder Vapiano, aber das Essen dort ist einfach spitze (nicht wahr, Katha? :-) ). Nun also hatte ich René das Restaurant gezeigt, über das 2/3 meiner Professoren an der Uni so schwärmen. Der Abend sollte recht ruhig ausklingen. Noch ein Zwischenstop um eine gute Flasche Vernatsch aus Südtirol zu holen und auf gings wieder nach Hause (die Blasen an meinen Füßen waren ziemlich dankbar..). Doch zu Hause dann der Schock: In dem gerade erst bezogenen Junggesellenhaushalt gab es keinen Flaschenöffner. Zuerst einmal die ganze Wohnung abgesucht, bei den Nachbarn geklingelt, mit einem Messer im Korken rumgeprökelt.. Nichts, keine Chance. Also musste der Herr des Hauses wieder Schuhe anziehen und den netten Griechen um die Ecke zum Öffnen aufsuchen, damit wir danach unseren Abend bei einem Glas Rotwein und Slumdog Millionair genießen konnten.
Der nächste Tag begann dann ebenso entspannt, wie der vorige aufgehört hatte. René hatte beim Bäcker Brötchen geholt, ich den Tisch gedeckt und die Sonne lachte. Grund genug, in den Englischen Garten von München zu fahren, wo wir das Wetter genossen und sich René ein paar Weißwürste gönnte. Ich habe auch einmal probiert aber muss sagen: diese Spezialität muss nicht unbedingt sein.. Und schon war wieder das Ende meines Aufenthalts gekommen. Bevor ich allerdings wieder nach Bozen starten sollte, stand noch ein Highlight auf dem Plan. Nora, eine liebe Kommilitonin aus Bad Honnef hatte zu einem Treffen mit Kaffee eingeladen. Schön, mal wieder Bad Honnefer zu sehen und zu hören, wie es so geht, was das Praktikum macht und wie das Leben läuft!
Überhaupt.. München war ein Ausflug in die normale Welt der Nicht-Gastronomen. Und doch muss ich sagen, ich habe Bozen vermisst, habe mich gefreut, nach einstündiger Verspätung (jaja, Deutsche Bahn..) wieder in „meiner“ Stadt anzukommen, von Kathrin in Empfang genommen zu werden und wieder auf den Standard-Veneziano ins Nadamas und die übliche heiße Schokolade ins Hotel Città einzukehren. Ich merke also, ich fühle mich hier wohl, ich bin gern hier, ich genieße mein Leben und vermisse es sogar, wenn ich nicht hier bin. Kein Grund also zum Meckern.
Wieder in Bozen angekommen findet hier also das normale Leben statt, ich arbeite, feiere, esse, schlafe und die Zeit rennt. Bald ist schon wieder November, bald ist der Sommer vorbei. Es wird kalt in Bozen, in Sulden bei Kathrin zu Hause schneit es sogar schon. Die letzten schönen Herbsttage müssen genossen werden. Am nächsten Sonntag dann erwarte ich hohen Besuch aus meiner Heimat. Meine Eltern kommen für 3 Tage nach Bozen um sich mein neues Leben einmal anzuschauen. Schon habe ich ein schönes Programm aufgestellt, wir werden denke ich viel Spaß haben. Ich freue mich schon sehr auf euch!!!
Nun dann, schon wieder ists vorbei mit meinem ich-gebe-ein-Lebenszeichen-damit-ihr-mich-nicht-vergesst. Ich muss zwar erst in 4 Stunden arbeiten, doch hab ich auch noch ein bisschen was auf dem Zettel. Also ihr Lieben, passt auf euch auf, bald gibt es mehr zu hören von mir. Fühlt euch alle gedrückt und ich sende einen dicken bacio!

Arbeit, Feiern, Schlafen, Essen, Trinken, Arbeit…

September 26, 2009 von tini4unterwegs

Lang lang ist´s her, dass ich mich aus dem schönen Bozen gemeldet habe. Ich weiß nicht, wie heiß ihr auf Neuigkeiten seid, aber jetzt, nach fast einem Monat kommt endlich mal wieder ein Beitrag meinerseits zu eurer Unterhaltung. Was ist also passiert in Bozen? Viel zu tun ist auf jeden Fall. Das Hotel ist fast jeden Tag auf über 90% gebucht, alle Abteilungen haben eine Menge Arbeit. Die letzten Tage ist wieder ein bisschen Sommer eingekehrt, nachdem das Parkrestaurant nach einem Kälteeinbruch letzte Woche den Rückzug in die wettergeschützte Küche angetreten hat. Wie beschäftige ich mich also neben der Arbeit? Die meiste Zeit mit Kaffeetrinken mit lieben Kolleginnen. Oder mit Ausgehen mit netten Kollegen. Ihr seht, ich habe meinen Spaß, ich versäume es, mich bei den meisten von euch regelmäßig zu melden, ich bitte dies hiermit zu entschuldigen. Und auch heute hab ich wieder nicht viel Zeit, in einer halben Stunde geht´s zur Arbeit, eine Kollegin fällt wegen Hexenschuss aus, daher heißt es für mich Extraschicht. Heute Abend findet dann das „Event des Jahres“ die Luis Trenker Style Night, bei uns im Hotel statt. Erwartet werden etwa 800 Personen, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und jede Abteilung schaut Extraarbeit entgegen. Ich für meinen Teil werde heute Abend wohl nach meiner Schicht auf einen Sprung vorbeischauen und die High Society von Bozen betrachten. Also ihr Lieben, ihr seht, so viel ist bei mir nicht passiert, noch immer fühle ich mich wohl, ich komm gut mit allen aus und genieße mein Leben. Ich denke so gut wie kaum an die Uni und an Deutschland. Doch natürlich freue ich mich, bald einmal wiederzukommen und vor allem auf März, die Geschichten von all den anderen Weltenbummlern zu hören. Das wär´s also erst einmal für heute, ich muss mich sputen und zur Arbeit hüpfen. Ich hoffe, euch geht´s allen gut und ihr seid mir nicht böse, so wenig von mir zu hören. Alles Liebe und einen bacio aus Bolzano!

Der erste Monat ist um – Zeit, Bilanz zu ziehen

September 1, 2009 von tini4unterwegs

Ja, wie die Überschrift schon sagt, der erste Monat, 1/6 meiner gesamten Praktikumszeit ist tatsächlich schon um. Es verging wie im Flug, was nicht zuletzt daran liegt, dass ich meine Arbeit tatsächlich interessant finde und dass meine Kollegen einfach super sind. Kurzum: Ich fühle mich hier pudelwohl. Bozen ist eine super Stadt, ich erlebe viel, die Gegend ist top (auch wenn man doch manchmal an Zuhause denkt..). Ich muss sagen, ich denke, ich habe es mit meinem Praktikum wirklich gut getroffen und bin froh, hier gelandet zu sein. Sicher, es gibt mit Sicherheit auch einiges zu bemängeln, doch momentan überwiegen die positiven Eindrücke. Ich lerne viel und genieße mein Leben.

Genauso, wie am letzten Wochenende. Die Reise führte uns diesmal ins Gadertal. Mir selbst schon hinreichend bekannt aus diversen Ski-Urlauben. Doch, so ohne Schnee sah es da auf einmal ganz anders aus. Philipp hat immer nur gelacht, wenn ich gesagt hab: guck mal, da ist ne Piste, da bin ich schonmal runtergefahren..Der Sonntag verwöhnte uns also mit Top.Wetter, auf dem Berg waren etwa 17°, Sonnenschein und schöne klare Höhenluft. Genau das richtige Wetter um auf 2000m Höhe ein echt südtirolerisches Picknick mit Speck, Kaminwurz, Schüttelbrot und einem Schluck Vernatsch zu veranstalten.

Jetzt sitz ich gerade auf meinem Bett, denke drüber nach, was ich alles schon erlebt habe, im letzten Monat und freu mich auf die kommende Zeit hier in Bozen, ich denke, die werden wir ganz gut rumbekommen. Gleich ist es allerdings schon wieder 22Uhr, höchste Eisenbahn, mich anzuziehen, in Schale zu werfen, denn in einer halben Stunde haben die Jungs Feierabend, dann geht´s up´n Swutsch. Man sieht, ich nutze meine Zeit hier sinnvoll :-)

Also, ich sende euch allen allerbeste Grüße aus dem sonnigen Süden (okay, um diese Tageszeit ists sogar hier ziemlich schattig..). Fühlt euch alle gedrückt und bis ganz bald!

Einzug in den Schuhkaton

August 23, 2009 von tini4unterwegs

Oder wie Hannes sagen würde: In die Besenkammer. Das fänd ich aber zu hart als Namen für mein neues Zuhause. Gestern habe ich also meine Sachen gepackt und bin von der Marconistrasse in den 3. Stock des Hotel Greif gezogen, in ein kleines aber feines Personalzimmer. Sofort fühlte ich mich hier wohler als „drüben“, es war also die richtige Entscheidung, der lauten Marconi-WG den Rücken zu kehren. Auch wenn ich gleich gestern Abend einen negativen Aspekt meines Umzugs kennengelernt habe: Der Heimweg vom Latino war so weit :-)
Heute ist also Sonntag, es ist wunderbares Wetter, strahlend blauer Himmel, die Sonne scheint, es ist nicht ganz so drückend heiß wie die letzten Tage, ich überlege gerade, was ich heute noch so machen werde. Vorerst lieg ich auf meinem Bett, schreibe ein bisschen, lese ein bisschen, höre Musik (momentan „Everlast – Lonely Road“ – Danke Daniel für den Tip und für´s Schicken, ist eins meiner Lieblingslieder geworden :-) ) und gleich wirds wohl raus gehen, wenn Philipp ausgeschlafen hat (Männer…).
Eine gute Arbeitswoche liegt hinter mir. Ich finde mich immer besser zurecht, mir wird viel zugetraut, ich darf viele Dinge alleine entscheiden, selbst Angebote schreiben und so weiter. Die Mädels scheinen mit meiner Arbeit zufrieden und ich fühle mich wohl. 3 Wochen sind schon um und noch habe ich kein Langeweile- oder Null-Bock-Gefühl, scheinbar liegt mir der Job. Am Dienstag waren wir mit dem Rezeptions-Team zum Essen bei der Konkurrenz im Hotel Luna. Ein netter Abend, es wurde über Gott und die Welt diskutiert und ich wurde ein bisschen mehr in die „Gesellschaft“ eingeführt. Die restliche Woche verlief wie gewohnt: Arbeiten, Essen, Schlafen, im Latino was trinken gehen, in netter Gesellschaft essen gehen.
Einen Höhepunkt der Woche gabs allerdings doch noch. Am Freitag hab ichs endlich geschafft, zu den Öffnungszeiten des Meldeamts nicht zu arbeiten. Für diejenigen, die auch den Blog meines Bruders aufmerksam verfolgen: nein, es war nicht so schlimm wie in Mexico, aber doch verwirrend. Aber zu guterletzt bin ich nun als vollwertige Teilzeitbürgerin in Bozen gemeldet, alles hat seine Ordnung.
Nun ist es 20 vor 11, Zeit, den Tag so richtig zu starten, ich werd wohl gleich mal nebenan klopfen gehen, die Stunde, die Philipp schlafen wollte, weil er so kaputt vom Pilzesammeln mit dem Chef war (von 5:45 an heute morgen!!), ist vorbei. Ich wünsche euch allen einen tollen Tag, genießt den Sonntag, gute Arbeit für die die schuften müssen und schönes Wetter für die die frei haben!
Liebste Grüße und einen Bacio aus Bolzano!

27 °, Gewitter, Wind und ein gelungener Sonntag

August 16, 2009 von tini4unterwegs

Gerade nach Hause gekommen warte ich eigentlich nur darauf, dass es richtig anfängt, zu krachen. Es blitzt schon ordentlich, es donnert in der Ferne und (endlich!!) ist mal ein bisschen Wind aufgezogen. Nach einem gelungenen Abend mit einer Flasche Pinot Grigio der Kellerei Kurtatsch (mhmmm :-)   ) und Philipp und Roland, bin ich wie gesagt in meinem Zimmer und warte, dass es kühler wird.
Den ganzen Tag toller Sonnenschein, 33 °, wir waren im Lido in Bozen, es war noch nicht einmal wirklich voll und haben es uns gut gehen lassen. Gut, Michi hat sich den ganzen Rücken verbrannt, ich mir die Oberschenkel, aber alles halb so schlimm. Auf den kleinen Roland haben wir übrigens so gut aufgepasst, dass der nicht einmal eine kleine Rötung auf dem ganzen Körper hat, Gemeinheit, aber scheinbar Kükenbonus. Wie man sieht, dieses Wochenende war sehr entspannt. Ein bisschen ausgehen am Freitag, gestern dann auf den Talferwiesen gelegen und gesonnt, heute schwimmen, nichts Aufregendes aber doch nett, alles um einen herum vergessen und es ging uns einfach gut.
Heute Nachmittag ging dann mein Handy, Philipp war dran: „Ich hab schlechte Nachrichten für dich, aber ich überbring die nicht, ich geb dir mal die Vroni!“. Vroni ist, by the way, die stellvertretende Rezeptionschefin, also sowas wie meine direkte Vorgesetze, eine ganz ganz Liebe. Vroni teilte mir also mit, dass ich morgen statt um 14 Uhr schon um 9Uhr arbeiten kommen sollte, weil das Haus am Wochenende doch noch voll geworden war und nun Morgen sehr viele Abreisen anstehen. Kein Problem, das passt mir eigentlich sogar besser in den Kram. Ein Gefühl von Stolz hat sich auch eingestellt. Eigentlich ist es schon ein gutes Gefühl, wenn die einen anrufen, damit man helfen kommt. Scheinbar bin ich also doch Hilfe und keine allzu große Last.
Wie man also merkt, mir geht´s immernoch gut in Bozen, bis auf meine Schlafsituation. Ich wohne hier an einer ziemlich rege befahrenen Strasse, sprich: ich kann einfach nicht schlafen. Gerne würde ich in die Personalzimmer im Hotel umziehen, da wo die anderen auch wohnen, erstens wär ich dann näher dran und zweitens könnte ich da vllt besser einschlafen, vor allem, wenn ich Frühdienst habe. Morgen gehe ich also mal zum Direktor und frage nett, ob man da was machen kann. Ansonsten kann ich mich nicht beklagen, ich fühle mich wohl, es ist was vollkommen anderes als zu Hause und gerade das genieße ich! Eine andere Welt..
Und aus dieser Welt verabschiede ich mich auch nun, ich werd mal schauen, was so im ORF im Fernsehen kommt oder noch eine DVD gucken und mich seelisch auf Italienisches Auschecken morgen vorbereiten, ich freu mich drauf.
Also, macht es gut, fühlt euch alle gedrückt. Un bacio aus Bolzano!

Ein Samstag in Bolzano

August 8, 2009 von tini4unterwegs

Ciao a Tutti,
heute schreibe ich mal vom Internetcafé aus, weil ich meinen USB stick geschrottet habe.. Da sind urebrigens noch Beitraege fuer euch drauf gewesen, die sind nun futsch :-(
Also nur ein kurzes Lebenszeichen meinerseits. Ich geniesse mein Leben hier in Bozen, alles laeuft wunderbar, die Leute sind supernett, ich habe viel um die Ohren und wohne in einer aehnlich chaotischen WG wie in L’Auberge Espagnole (fuer die, die diesen tollen Film kennen). Also rundum alles gewoehnungsbeduerftig aber keinesfalls schlecht. Heute habe ich dann einen freien Tag, den ich mit faulenzen, lesen und ein paar organisatorischen Kleinigkeiten verbringe. Heute abend dann gehts op’n swutsch, wenn die Koeche ihre Kueche ordentlich aufgeraeumt haben und feierwuetig sind. Wir haben also eine Menge Spass.. Auf der Arbeit laeuft alles wunderbar, mittlerweile komme ich ziemlich gut klar und stehe den anderen auch nicht zu sehr im Weg rum.. Ich kann sogar schon alleine Gaeste ein- und auschecken, ich bin begeistert..
Ansonsten gibt es nicht viel neues zu erzaehlen, habe mir eben von meinem einen Mitbewohner sagen lassen, dass ich typisch deutsch bin, weil ich einen regenschirm mit raus nehme.. Jetzt bin ich die, die lacht, es faengt hier naemlich grad an zu gewittern.. Hauptsache morgen ist das Wetter gut, Michi und ich wollen die gegend nach einem Badesee erkunden und mal ein bisschen braun werden.
Nun gut, damit verabschiede ich mich auch wieder, das Tippen mit dieser bloeden tastatur nervt und Mama ist nebenbei online, mit der schnack ich nun erst einmal.. Liebe Gruesse also aus Bozen und bis bald einmal!

Bei 30 Grad mit 30 Kilo durch Bolzano

August 6, 2009 von tini4unterwegs

Heute ist dann endlich mein Koffer aus Deutschland angekommen. Als ich um 14 Uhr 30 mit der Arbeit fertig war, habe ich das Köfferchen geschnappt und bin nach Hause gelaufen, ein Marsch in den zweiten Stock erwartete mich. Als ich dann völlig fertig oben angekommen bin, grinste mit Fabrizio ins Gesicht und meinte: Gut, wenn du dich anstrengst, dann bekommst du wenigstens mal ein bisschen Farbe.. Danke, ich dachte, Italiener wären Gentlemen…
Nachmittags habe ich mich dann mit diversen Telefonanbietern vor Ort auseinander gesetzt, denn der Zustand „Internetcafé“ ist auf die Dauer (6 Monate) nicht tragbar 
Um etwa 18:45 kam ich dann wieder in die Via Marconi und was seh ich? Da saßen schon Michi, Toni, Alina und Andi unten auf der Terasse der Latinobar und ließen´s sich gut gehen. Soviel zu meinem Vor-abendlichen Schläfchen, was ich eigentlich vorgehabt hatte. Natürlich versackte ich bei denen und um 11, als die Schicht bei den Köchen und Serviceleuten vorbei war, wurden wir noch richtig viele und hatten viel Spaß. Mit dabei waren Michi, Tony, Brigitte, Katharina, Philipp, Marco, Roland, Hannes und meine Wenigkeit. Fotos gibt´s vielleicht, wenn Roland die rausrückt.. Ich muss sagen, Köche sind ein lustiges Volk 
Nun mach ich aber schnell Schluss, auch wenn ich morgen erst um 14:00 arbeiten muss, Schönheitsschlaf muss sein. Gute Nacht!

Der erste freie Tag in Bozen – Der Ausflug für alle Sinne

August 3, 2009 von tini4unterwegs

Manch einer mag nun sagen, dass man jawohl erst einmal ordentlich arbeiten muss, bevor man frei bekommt. Hier ist eben alles anders. War doch gestern erst mein erster Arbeitstag, so war heute schon frei. Nach der relativ exzessiven Feierei gestern wurde natürlich heute erst einmal ausgeschlafen. Alina musste früh zur Arbeit, also hatte ich unser Zimmer erst einmal für mich. In Ruhe geduscht, gefrühstückt und dann konnte das Tagesprogramm starten.
Was stand also auf dem Plan? Wie schon erwähnt habe ich gestern jede Menge nette Leute aus dem Hotel kennengelernt, unter Anderem Patissier Philipp (O-Ton: „Hi, ich bin Philipp, ich bin der Süße aus der Küche.“), der mich schon gestern Abend eingeladen hatte, mit ihm gemeinsam am freien Sonntag zu Freunden von ihm zu fahren. Natürlich habe ich dankend angenommen, denn nichts ist besser als solche Angebote in einer neuen Stadt.
Pünktlich um 12 Uhr stand ich also vor meiner Haustür, immernoch unwissend, wohin die Reise eigentlich gehen sollte. Ein azurblaues Auto hielt auf der anderen Straßenseite, ein Pfiff erklang, nicht zu überhören: meine Abholung war da. 5 Minuten später war dann auch ich über den Plan des Tages aufgeklärt: es sollte gen Süden, Richtung Trento gehen, zu Philipps ehemaligen Chef, der dort nun mit seiner Freundin ein Restaurant betreibt. Nach einer halben Stunde Fahrt und einer Brenner-Abzocke kamen wir in einem kleinen Örtchen oberhalb von Neumarkt – Degna an. Ein uriges kleines Dorf mit einer Kirche und einem schön gelegenen Restaurant, absolut begeisterungswürdig. Begruesst wurden wir dann von Marco und Maja, die uns wunderbar bewirteten. Später saßen wir satt (gut gefüllt mit Bruschetta classico, Gulasch mit Pfifferlingen und dem Dessert allo Chef) und zufrieden in der Sonne und ließen es uns gut gehen. Ich kann absolut verstehen, dass das kleine Restaurant von Maja und Marco Philipps oft Rückzugsort für seinen einzigen freien Tag in der Woche ist. Ich werde mit Sicherheit wiederkommen, wenn der erste Hauswein diesen Jahres abgefüllt ist und der erste Tropfen in die Gläser läuft. Die Rückfahrt führte uns dann über die Dörfer und ich kann nur sagen: Ich glaube, ich habe mir die richtige Region zum Leben ausgesucht, es lässts sich hier wirklich gut aushalten und die Umgebung ist beeindruckend schön!
Wieder zurück in Bozen war noch viel Zeit, ein bisschen die Stadt erkunden zu gehen. Philipp musste abends arbeiten, also habe ich mich allein auf die Socken gemacht. Diesmal bin ich nicht in die Stadtmitte gelaufen sondern von mir aus in die andere Richtung, wo ich es mir am Flusufer in der Sonne gemütlich gemacht habe. Später habe ich dann das Freibad ausfindig gemacht, wo ich morgen nach der Arbeit mit großer Sicherheit anzutreffen sein werde.
Nun neigt sich der Tag bald dem Ende, morgen heißt es um kurz vor 6 aufstehen. Zum Glück muss Alina morgen zur Spätschicht und die anderen 2 Mädels sind nicht da, sodass es keine Warteschlange zur Badbenutzung gibt.
Also sage ich gute Nacht, was ja eigentlich total sinnfrei ist, weil dieser Beitrag eh, wegen Ermangelung eines Internetanschlusses in der Wohnung, frühestens morgen hochgeladen werden wird.