Ja, das ist wohl wahr, doch sind da noch einige Dinge, Ereignisse, Erlebnisse, die ich euch kaum vorenthalten kann. Jetzt endlich finde ich die Zeit, sie aufzuschreiben. Jetzt, wo ich Urlaub habe, wo ich im regnerischen Dargow sitze und Entspannungstherapie in Form von Lesen, Reiten, Freunde treffen und Faulenzen betreibe.
Das erste Ereignis, von dem ich unbedingt noch erzählen muss ist mein Erklimmen des Rittens. Bisher immer nur mit der Seilbahn 11 Minuten hoch und 11 Minuten wieder heruntergefahren, sollte es einen schönen Herbsttages nun zu Fuß hinauf gehen. Knapp 1000m Höhenunterschied erwarteten Katrin und mich. Steile Wege, keine Ausschilderung (ja, man merkt es immer wieder: ich bin in Italien, nicht im geordneten Deutschland), aber trotzdem viel Spaß. Das Wetter war toll, die Sonne schien. Zwar fühlte ich mich häufiger mal verloren,
mitten im Berghang, aber ich hatte ja eine erfahrene Bergführerin dabei, die mir den Weg wies (auch wenn sie selbst meistens nicht wusste, wohin). 5 Stunden Aufstieg, keine Möglichkeit umzukehren (der Weg war so steil, da wäre der Abstieg weitaus gefährlicher gewesen als ein weiterer Aufstieg – also durchatmen und weiter geht´s). Am Ende kamen wir tatsächlich oben an, ich war tot, Katrin noch topfit, wir hatten uns unseren Kaffee in der Stammkneipe verdient. Ein schöner Tag, gut genutzt, der Muskelkater bahnte sich schon an, aber egal, dafür sind wir ja noch jung.
Der zweite freie Tag in dieser Woche wurde ähnlich sinnvoll genutzt. Es ging zum Arbeitseinsatz. Ein bisschen „Abteilungshopping“ hat noch keinem geschadet, habe ich mir gedacht, daher bin ich zu einer freiwilligen Schicht in die Küche verschwunden. Wieder viel Spaß, wieder anstrengend. Morgens im Kräutergarten und Spinatwald – kalte Vorspeisen beim Souschef Alessandro. Abends dann Apfelsüppchen und Sorbet beim Süßen aus der Küche (Achtung, hat sich selbst so bezeichnet!) in der Patisserie. Der Tag war durch und durch gelungen, ich denke, ich habe mich nicht schlecht gemacht, auf jeden Fall durfte ich gerne wiederkommen. Dafür, dass ich keine Ahnung hatte, hab ich ganz gut gearbeitet, es hieß nur einmal „was für eine Scheiße, alles neu, schnell!“ Auch nach diesem Tag war ich kaputt, aber mehr oder minder glücklich. Bei einem kühlen Bier bei Roland und dem Revuepassieren lassen des Tages wurden dann auch wieder neue Kräfte geschöpft.
Mein Küchendebut war also erfolgreich über die Bühne gegangen. Und weil es so viel Spaß gemacht hat, war ich eine Woche später gleich wieder in der Küche zu finden. Gleiche Konstellation wie das Mal davor. Erst Gemüsegarten, abends dann Süßes. Diesmal wurden auch Desserts für Gruppen geschickt, eine neue Erfahrung für mich (Schneller, los gib Gas!), aber es hat zum Glück alles geklappt. Unser Pech, dass um 22 Uhr noch Gäste kamen. Dass die Nachspeise immer als Letztes geordert wird liegt in der Natur der Sache. Räumten also alle anderen Ihre Arbeitsplätze gegen 22 Uhr 30 auf, waren wir immernoch voll dabei. Ende vom Lied war, dass Philipp und ich um kurz vor 0 Uhr das Dessert geschickt haben. Um halb 1 war dann der Pflichtteil dieses Abends beendet, anstrengend, lange, ereignisreich der Tag.
Was gibt es sonst Neues? Nicht so viel, muss ich gestehen. Immernoch fühle ich mich wohl in Bozen. Unsere Geburtstagsplanung ist in vollem Gange (Wer am 12.12. noch nichts vor hat und rein zufällig in der Gegend ist: bitte vorbeischauen J ). Vorerst bin ich nun noch den Rest der Woche hier im Norden anzutreffen, am Samstag oder Sonntag geht es dann gemütlich zurück. Bald geht der Weihnachtsmarkt in Bozen los, sicher eine schöne Zeit. Und dann ist schon bald wieder Weihnachten. Die Zeit rennt, ein Grund mehr, mal ernsthaft drüber nachzudenken, ob ich´s nicht meinen arbeitswütigen Kommilitonen gleichmachen soll und schon mal den Praktikumsbericht andenken sollte (Habt ihr eigentlich nichts besseres zu tun?
)
Nun dann, ich wünsche euch, meinen hoffentlich noch treuen Lesern (auch wenn hier so unregelmäßig was Neues kommt..), nur das Beste, fühlt euch gedrückt und macht es gut!